AdGuard DNS: Werbung und Tracking schon bei der Namensauflösung blockieren

Werbung, Tracking und schädliche Webseiten gehören zu den Schattenseiten des Internets. Wer sich dagegen schützen möchte, greift häufig zu einer Browser-Erweiterung. AdGuard DNS setzt an einer anderen Stelle an: Der Dienst kann Anfragen an bekannte Werbe-, Tracking- und Schadsoftware-Domains blockieren, bevor eine Verbindung zu ihnen entsteht. Das funktioniert nicht nur im Browser, sondern grundsätzlich auch für Apps und andere Geräte.

Wie funktioniert AdGuard DNS?

Das Domain Name System, kurz DNS, ist eine Art Adressverzeichnis des Internets. Es übersetzt Domainnamen wie example.com in IP-Adressen, über die Geräte den jeweiligen Server erreichen.

Normalerweise übernimmt diese Aufgabe häufig der DNS-Server des Internetanbieters. Wird stattdessen AdGuard DNS eingerichtet, beantwortet AdGuard die Anfragen und gleicht die angefragten Domains mit Filterlisten ab. Ist eine Domain als unerwünscht eingestuft, liefert der Dienst eine blockierende Antwort zurück. Die zugehörigen Inhalte können dann in der Regel nicht geladen werden.

Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Inhaltsfilter: AdGuard DNS filtert Domainnamen, nicht den vollständigen Inhalt einer Webseite. Einzelne Unterseiten oder bestimmte Elemente innerhalb einer Domain lassen sich damit nicht gezielt sperren.

Welche Varianten gibt es?

AdGuard bietet öffentliche DNS-Server sowie einen persönlichen, konfigurierbaren DNS-Dienst an.

VarianteZweck
Öffentlicher StandardfilterBlockiert bekannte Werbe- und Tracking-Domains sowie bestimmte gefährliche Domains.
Öffentlicher FamilienfilterErgänzt die Filterung um die Sperrung von Inhalten für Erwachsene und aktiviert, soweit unterstützt, sichere Suchfunktionen.
Öffentlicher ungefilterter DienstBeantwortet DNS-Anfragen ohne die AdGuard-Inhaltsfilterung.
Persönlicher AdGuard-DNS-DienstBietet je nach Tarif und Konfiguration eigene Regeln, Geräteverwaltung und Auswertungen.

Die öffentlichen Server lassen sich ohne persönliches Konto verwenden. Wer mehr Kontrolle benötigt, kann beim persönlichen Dienst beispielsweise zusätzliche Domains sperren oder fälschlich blockierte Angebote freigeben. Tarifdetails und Nutzungslimits können sich ändern.

Welche Vorteile bietet AdGuard DNS?

Filterung über den Browser hinaus

DNS-Filter können auch Verbindungen aus Apps, Smart-TVs oder anderen vernetzten Geräten unterbinden. Wird AdGuard DNS im Router eingerichtet, profitieren grundsätzlich alle Geräte, die dessen DNS-Konfiguration verwenden.

Weniger Verbindungen zu Trackingdiensten

Viele Anwendungen kontaktieren separate Domains für Werbung und Nutzungsanalyse. Werden diese blockiert, können bestimmte Trackingvorgänge verhindert werden. Vollständige Anonymität entsteht dadurch allerdings nicht.

Zusätzlicher Schutz vor gefährlichen Domains

Die Sperrung bekannter schädlicher Domains kann das Risiko durch Phishing oder Schadsoftware reduzieren. Sie ersetzt jedoch weder Sicherheitsupdates noch andere Schutzmaßnahmen: Neue oder noch nicht erfasste Bedrohungen können weiterhin erreichbar sein.

Wo liegen die Grenzen?

DNS-Filterung kann nicht jede Werbung entfernen. Werden Anzeigen und gewünschte Inhalte über dieselbe Domain ausgeliefert, fehlt die nötige Unterscheidungsmöglichkeit. Werbung innerhalb von YouTube-Videos lässt sich deshalb mit AdGuard DNS nicht zuverlässig blockieren.

Auch leere Werbeflächen bleiben mitunter sichtbar, weil der Dienst das Seitenlayout nicht verändert. Browser-Erweiterungen können hier genauer arbeiten und ergänzen DNS-Filter sinnvoll.

Außerdem sind Fehlblockierungen möglich: Eine App funktioniert plötzlich nicht mehr vollständig, ein Login scheitert oder ein Link öffnet sich nicht. Ursache kann eine gesperrte Domain sein, die für die betreffende Funktion benötigt wird.

Datenschutz und verschlüsseltes DNS

AdGuard DNS unterstützt verschlüsselte DNS-Verfahren, darunter DNS over HTTPS und DNS over TLS. Sie schützen die DNS-Anfragen auf dem Übertragungsweg zwischen Gerät und DNS-Dienst vor einfachem Mitlesen und Manipulieren.

Verschlüsseltes DNS ist aber kein VPN. Es verschlüsselt nicht automatisch den gesamten Internetverkehr und verbirgt nicht die eigene IP-Adresse gegenüber besuchten Diensten. Zudem verlagert sich das Vertrauen zum DNS-Anbieter: Dieser verarbeitet die Anfragen. Welche Daten dabei gespeichert werden, hängt vom verwendeten Angebot, dessen Einstellungen und den geltenden Datenschutzbestimmungen ab.

Wie wird AdGuard DNS eingerichtet?

Die Einrichtung erfolgt in den Netzwerk- beziehungsweise DNS-Einstellungen des Geräts oder Routers. Für den öffentlichen Standardfilter lauten die IPv4-Adressen:

  • Bevorzugter DNS-Server: 94.140.14.14
  • Alternativer DNS-Server: 94.140.15.15

Das bloße Eintragen dieser IP-Adressen aktiviert normalerweise noch keine DNS-Verschlüsselung. Dafür muss ein unterstütztes verschlüsseltes DNS-Profil eingerichtet werden. Die passende Anleitung hängt vom Betriebssystem und Router ab.

Zu beachten ist außerdem: Apps, Browser oder VPN-Verbindungen mit eigenen DNS-Einstellungen können die zentrale Konfiguration umgehen.

Fazit

AdGuard DNS ist eine unkomplizierte Möglichkeit, viele Werbe- und Trackingverbindungen geräteübergreifend zu reduzieren. Besonders praktisch ist der Dienst dort, wo sich keine Browser-Erweiterung installieren lässt. Seine Stärken liegen in der breiten Abdeckung und einfachen Einrichtung — nicht in der vollständigen Werbeblockierung. Als Ergänzung zu Browser-Schutzfunktionen, Updates und einem bewussten Umgang mit persönlichen Daten kann er dennoch einen sinnvollen Beitrag leisten.

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